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Lemke überreicht erste Förderbescheide

Kreisstadt Dietzenbach und Kreis Stormarn erste Empfänger 

Klimaanpassung Bescheidübergabe
Bundesumweltministerin Steffi Lemke (im Vordergrund) überreicht symbolisch während einer Video-Schalte einen Scheck in Höhe von rund 147.286 Euro an Bürgermeister Dr. Dieter Lang und Klimaschutzmanagerin Dr. Sigita Urdze (links).
Bescheidübergabe

Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat heute die ersten Förderbescheide aus dem novellierten Programm „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ überreicht. Die Kreisstadt Dietzenbach und der Kreis Stormarn werden mit den Fördermitteln ein nachhaltiges Klimaanpassungsmanagement vor Ort aufbauen und die dafür nötigen Personalstellen für Klimaanpassungsmanager*innen finanzieren. In den kommenden Monaten sollen deutschlandweit in vielen weiteren Kommunen lokale Klimaanpassungsmanager*innen an den Start gehen. Zusätzlich zur Förderung begleitet das Zentrum KlimaAnpassung (ZKA) die geförderten Kommunen und ihre Beschäftigten mit Maßnahmen zur Qualifizierung und Vernetzung sowie einem speziellen Mentoring-Programm. Die Förderung und die Angebote des ZKA sind Teil des Sofortprogramms Klimaanpassung, das Steffi Lemke im März 2022 vorgestellt hat.

Lemke: "Profis für die Klimaanpassung vor Ort"

Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Die Klimakrise fordert alle Städte und Landkreise heraus. Jede Kommune wird aber unterschiedlich auf die Risiken der Klimakrise reagieren müssen. Was an der Küste für die Klimaanpassung nötig ist, muss nicht auch im Mittelgebirge oder in den Metropolen helfen. Kommunen fehlen oft die Profis, um die nötige Klimaanpassung vor Ort umzusetzen. Um diese Lücke zu schließen, fördern wir den Einstieg ins kommunale Anpassungsmanagement – und stoßen auf großes Interesse. Ob Wasseringenieur*in, Sozialwissenschaftler*in oder erfahrene Landschaftsbauer*in – mit der Förderung des Bundes können Kommunen die Fachleute einstellen, die sie wirklich brauchen. Klimaanpassungsmanager*innen sollen langfristig zu wichtigen Treiber*innen und Ideengeber*innen werden. Neben der Förderung sorgen wir mit dem Zentrum KlimaAnpassung bundesweit für Beratung, Wissensvermittlung, Kompetenzaufbau und Vernetzung der wichtigsten Akteure für die lokale Klimaanpassung.“

"Klimaanpassung nicht nur kleine Schwester des Klimaschutzes"

Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, für die kommunalen Spitzenverbände: „Klimaanpassung darf nicht mehr nur die kleine Schwester des Klimaschutzes sein. Wir müssen beides zusammen denken. Denn wir sind schon mittendrin im Klimawandel, die Extreme nehmen zu. Viele Kommunen haben bereits ganz konkrete Maßnahmen und zukunftsfähige Lösungen gegen den Klimawandel ergriffen, wie das Konzept der Schwammstadt oder mehr Grün und Blau. Die Vielfalt der Anpassungsthemen ist groß: Hitze, Dürre, Starkregen, Artenschutz, Biodiversität. Sie betreffen sämtliche Aufgabenbereiche in den Kommunen, angefangen bei der Bauplanung, der Stadt- und Raumentwicklung bis hin zum Gesundheitsschutz. Projekte müssen strategisch konzipiert, gut koordiniert und auch kommuniziert werden. Oft fehlte bisher die personelle Förderung bei der Klimaanpassung. Daher begrüßen wir, dass das Sofortprogramm über 100 Klimaanpassungsmanagerinnen und -manager fördert. Sie sind es, die diese gigantische Aufgabe koordinieren und die Lösungen finden, die vor Ort die richtigen sind.“

Damit jede Kommune die Klimaanpassung umsetzen kann, die zu ihr passt, unterstützt das BMUV alle lokalen Akteure mit einem eigenen Sofortprogramm Klimaanpassung. Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat es im März 2022 vorgestellt. Die darin enthaltenen Maßnahmen gliedern sich in drei zentrale Handlungsfelder: Förderung und Kompetenzaufbau, Information und Beratung sowie Vernetzung aller relevanten Akteure. Teil des Sofortprogramms ist die novellierte Förderrichtlinie des BMUV-Programms „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“. Mit diesem Programm fördert das BMUV erstmals den Einstieg in das kommunale Klimaanpassungsmanagement. Ziel ist es, Akteur*innen, insbesondere Kommunen und kommunale Einrichtungen, darin zu unterstützen, die notwendigen Anpassungsprozesse an die Klimakrise in Deutschland möglichst frühzeitig, systematisch und integriert in Übereinstimmung mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung anzugehen. Mit dem Förderprogramm sollen gezielt Anreize für eine strategische Steuerung der Anpassung an den Klimawandel in Kommunen durch kommunale Klimaanpassungskonzepte geschaffen werden. 

Dietzenbach erste geförderte Stadt Deutschlands

Klimaanpassung Bescheidübergabe
Der Termin zur Übergabe des Fördermittelbescheids findet innerhalb einer Video-Konferenz statt. Von links: Steffi Lemke (auf dem Bildschirm), Dr. Sigita Urdze und Dr. Dieter Lang.
Bescheidübergabe

Bereits im ersten Förderfenster haben rund 130 Kommunen einen Förderantrag gestellt. Die ersten Förderbescheide aus dem Förderprogramm gehen nach Hessen und Schleswig-Holstein:

Die Kreisstadt Dietzenbach ist prädestiniert für eine derartige Förderung. Als finanzschwache Stadt hat sie zudem durch ihren besonderen geografischen Standpunkt ein vergleichsweise warmes Klima. Dietzenbach ist bekannt als eine der sonnenreichsten Städte Hessens. Bürgermeister Dr. Dieter Lang weiß jedoch anzufügen: „Was zunächst positiv behaftet ist und sich nach Urlaub und Erholung anhört, verkehrt sich jedoch schnell ins Gegenteil. Denken wir nur an verschiedene Hitzesommer der letzten Jahrzehnte und welche Folgen diese hatten.“ Insgesamt werden die Risiken der Klimakrise, vor denen Dietzenbach  ganz speziell steht, derzeit systematisch analysiert. "Mit den Fördermitteln des BMUV soll durch eine/n Klimaanpassungsmanager/in ein integriertes Klimaanpassungskonzept entwickelt werden", ergänzt die Klimaschutzmanagerin der Kreisstadt Dietzenbach, Dr. Sigita Urdze. Ziel ist es, die Kreisstadt Dietzenbach und seine rund 36.000 Einwohnerinnen und Einwohner darin zu unterstützen, ihre Stadt systematisch und nachhaltig klimaresilient zu gestalten. Das Anpassungskonzept dient als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für die zukünftige Risikovorsorge in der Kommune.

Der küstennahe Kreis Stormarn hat bereits heute mit Extremwetterereignissen zu kämpfen. Zuletzt waren die mehr als 240.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Sommer 2019 von mehreren Starkregenereignissen betroffen. Zunächst wird durch den / die neue/n Klimaanpassungsmanager/in eine umfassende Analyse der lokalen Risiken der Klimakrise erstellt werden. Anschließend werden mit den Ergebnissen und der Darstellung gezielter Handlungsfelder bestimmte Gebiete und Gruppen mit erhöhten Risiken identifiziert. Diese „Hotspots“ will der Kreis Stormarn gezielt angehen und die nötigen Anpassungsprozesse anstoßen, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.

Unterstützung auch über finanzielle Hilfe hinaus

Über die finanzielle Unterstützung hinaus sind die geförderten Kommunen in Qualifizierungs-, Vernetzungs- und Beratungsmaßnahmen des Zentrums KlimaAnpassung (ZKA) eingebunden. Eine entsprechende Fortbildung des geförderten Personals für das Klimaanpassungsmanagement wird maßgeblich durch das Angebot des ZKA in Form von Schulungen, thematischen Sprechstunden, Webinaren und einem speziellen Mentoringprogramm für die Klimaanpassungsmanager*innen gezielt unterstützt, das heute startet. Im Rahmen des Mentoringprogramms geben erfahrene Anpassungsmanager*innen ihr praxisnahes Wissen an die Neueinsteiger*innen in der kommunalen Klimaanpassung weiter. Dabei richtet sich dieses Angebot nicht nur an das durch das BMUV geförderte Personal, sondern an alle kommunalen Beschäftigen, die die Klimaanpassung vor Ort vorantreiben.

Weitere Informationen


http://www.facebook.com/pages/Stadtportal-Dietzenbach/183323078473124?ref=hl
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