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Drei Integrationslotsinnen setzen sich für ältere Menschen ein

Kulturübergreifende Seniorenarbeit in Dietzenbach

Integrationslotsinnen
Die Integrationslotsinnen: Anisa Sediq, Perminder Kaur-Jasuja und Rahmiye Uludag (vorne von links). Von der Verwaltung: Issam Ahsayni, Sonja Hoffmann, Kirsten Wolf und Erster Stadtrat Dr. Dieter Lang (hinten, von links)
Integrationslotsinnen

Das Integrationskonzept der Kreisstadt Dietzenbach feiert in diesem Jahr 10-jähriges Bestehen und steckt voller Erfolgen und Geschichten. Ein Konzept kann nur so gut sein, wie die Menschen, die dieses umsetzen. Und da kann die Stadt Dietzenbach auf eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure setzen, die im Geiste des Konzeptes Projekte entwickeln, umsetzten und sich den Menschen verpflichtet fühlen.

Mit einer Reihe von Einblicken aus dem reichhaltigen Portfolio an Aktionen, Projekten und Engagierten möchte die Verwaltung den Menschen in der Region das Erreichte näherbringen und einen Ausblick wagen. Begonnen wird mit einem Themenbereich, der in der Integrationsarbeit häufig unter geht, der Seniorenarbeit.

Geschichten wie die von Perminder Kaur-Jasuja, Anisa Sediq und Rahmiye Uludağ machen Mut und zeigen, dass Integration gelingen kann. Alle drei haben ihre Potentiale bestmöglich genutzt und sehr viel Engagement an den Tag gelegt. Sie haben sich persönlich weiterentwickelt, haben Erfolge erzielt und das Zusammenleben in der Kreisstadt maßgeblich mitgeprägt.

Der Einsatz der drei richtet sich vor allen Dingen auf die Gruppe der Senior*innen. Gemeinsam mit Kirsten Wolf, Fachliche Leitung der Seniorenarbeit der Kreisstadt Dietzenbach, setzten Sie bereits einige Projekte um und tüfteln an neuen Ideen, um ältere Menschen mit Migrationshintergrund besser zu erreichen und einzubinden.

Perminder Kaur-Jasuja

Perminder Kaur-Jasuja ist Diplom-Ökotrophologin, Integrationslotsin, Mitglied der AG 5 („Wir bewegen uns“) und Vorstandsmitglied des Vereins Zusammenleben der Kulturen in Dietzenbach e. V.  Ihre jahrelangen Bemühungen auf verschiedenen Feldern wurden 2017 mit dem Integrationspreis Stiftung Miteinander Leben ausgezeichnet. Etliche Projekte, vor allem zum Thema Gesundheit und Ernährung, hat sie durchgeführt und begleitet, darunter Kochprojekte, Gedächtnisspiele, Sport- aber auch Begegnungsprojekte. Nun hat sie darüber hinaus eine Basisqualifikation für Betreuungskräfte begonnen. „Ich bin eine sehr positiv gestimmte Person. Ich setze mich sehr gerne für andere ein und bin sehr dankbar, dass ich diese wundervollen Tätigkeiten und Begegnungen mit den Menschen dank der finanziellen Fördermittel umsetzten kann“, erklärt sie.

Anisa Sediq

Anisa Sediq, ebenfalls seit mehreren Jahren Integrationslotsin, hatte mit 40 Jahren eine Ausbildung als examinierte Altenpflegerin begonnen und als Klassenbeste abgeschlossen. Sie arbeitet seit dem Abschluss fest in einem ambulanten Pflegedienst, einem Arbeitssektor, der jede helfende Hand gut brauchen kann. „Es ist nie zu spät, um etwas Neues anzufangen“, sagt sie. Um ihr Wissen weiterzugeben, hat sie in Kooperation mit der städtischen Seniorenarbeit und gefördert von der AG 1 eine Basisqualifikation für ehrenamtliche Helfer*innen ins Leben gerufen und geleitet.

Rahmiye Uludağ

Rahmiye Uludağ war Teilnehmerin dieser Basisqualifikation. Sie ist ebenfalls Integrationslotsin und hat u. a. ein Elterncafé in der Astrid-Lindgren-Schule geleitet und Projekte in Kitas durchgeführt. „In Dietzenbach gibt es viel zu erleben und zu lernen. Das Arbeiten mit den Menschen macht mir sehr viel Spaß“, sagt sie. Auf eigene Faust bildete sie sich zur Betreuungsassistentin und zur Tagesmutter weiter. Daneben hat sie die Qualifizierungsmaßnahme „AGIL“ (Aktiv geht's immer leichter) durchlaufen und kann nun älteren Menschen dabei helfen, sich besser zu bewegen.

Einen Hafen für die Aktivitäten haben die Frauen dank aufgebauter Strukturen gefunden. Auf Initiative von Kirsten Wolf wurden beispielsweise der „Helferkreis Dietzenbach“ und eine Sportgruppe gemäß dem Konzept „moment!“ ins Programm der Seniorenarbeit aufgenommen. Hier arbeiten die drei Frauen aktiv mit. Dadurch hat Wolf mit ihren Mitstreiterinnen insbesondere die interkulturelle Seniorenarbeit deutlich nach vorne gebracht: „Die Gruppe der über 60-Jährigen wächst stetig in Dietzenbach – auch die der mit Migrationshintergrund. Hierfür müssen wir neue Formate in der Seniorenarbeit etablieren“, so Wolf.

Unterstützung und Förderung erhält sie von der Stabsstelle Integration der Kreisstadt Dietzenbach und den AGs des Dietzenbacher Integrationskonzepts. Das Thema der interkulturellen Seniorenarbeit ist im Konzept fest verankert. Die Stabsstelle Integration unter der Leitung von Sonja Hoffmann zieht damit mit der Seniorenarbeit an einem Strang. Laut Hoffmann ist „die Zusammenarbeit von Integrations- und Seniorenarbeit in Dietzenbach ausgezeichnet und ein gutes Beispiel dafür, wie verschiedene Fachbereiche gemeinsam etwas für die Stadt bewegen können“.

Erster Stadtrat Dr. Dieter Lang stellt fest: „Im Sozialen Bereich der freiwilligen Ausgaben ist es bemerkenswert, dass nach einem Jahrzehnt eine solche Struktur wie die, dank dem Integrationskonzept noch Bestand hat, sich stark weiterentwickelt und gefestigt hat.“ Die Netzwerkarbeit, wie in diesem Beispiel zu sehen, ist ein Garant für die Erfolge, die von verschiedenen Seiten der Stadt bereits bescheinigt wurden. „Die drei Frauen sind wirkliche Vorbilder für unsere gesamte Stadtgesellschaft“, so der Sozialdezernent.

Am 1. Oktober 2021 lädt die Stabsstelle Integration der Kreisstadt Dietzenbach zur Feier zum 10-Jährigen Jubiläum des Integrationskonzepts ein. Alle sind eingeladen, dort die genannten Personen sowie weitere Engagierte und spannende Projekte kennen zu lernen und sich inspirieren zu lassen. Die konkrete Ausgestaltung befindet sich derzeit in Planung. Anmeldungen für die Feier werden jedoch bereits jetzt unter integration@dietzenbach.de entgegengenommen.  


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